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Geld, Paydriver und Talent in der Formel 1

Es gibt einen Trend im aktuellen Motorsport, der mir wirklich keinen Spaß macht und dies ist die Tatsache, dass in der Formel 1 statt talentierten Fahrern immer mehr den Paydrivern den Vorzug gegeben werden. Einfach, weil viele Teams Geld brauchen und es sich nicht leisten können, talentierte Fahrer zu nehmen, statt Fahrern, die genug Geld mitbringen, um das Team voran zu bringen.

Die Formel 1 war schon immer ein teures Pflaster, dennoch wird es in den letzten Jahren immer noch teurer in der Königsklasse des Motorsports mitzummischen. Viele Teams knabbern an den hohen Kosten und können es sich einfach nicht mehr leisten, nicht mindestens einen Fahrer zu engagieren, die das Loch im finanziellen Teil stopfen.

Ein Beispiel für mich ist in diesem Jahr Lance Stroll. Sind wir mal ehrlich, der Kanadier wäre niemals noch in der Formel 1, wenn sein Vater nicht erst Williams genug Geld in den Rachen gestopft hätte und am Ende sogar den insolvent gegangenen Force India Rennstall gekauft hat, um seinem Sohn ein Cockpit zu ermöglichen. Oder in den vergangenen Jahren diverse russische Fahrer, die alles konnten, nur kein wirkliches Talent mitbrachten. Auch in der Formel 2 ist dieses Thema allgegenwärtig, war der Inder Mahaveer Raghunathan letztens erst für ein komplettes Rennwochenende gesperrt, da er es schafft in einem einzigen Rennen neun Strafpunkte auf seine Superlizenz zu bekommen. Und dennoch darf er wieder fahren ... weil er genug Geld mitbringt!

Ich persönlich sehe diese Entwicklung sehr negativ und möchte nicht, dass Fahrer ein Cockpit bekommen, welches sie aufgrund ihres Talentes nicht verdient haben. Ich möchte, dass Teams Fahrer aussuchen, die zu ihnen passen und aufgrund ihres Talentes und Könnens die besten Voraussetzungen haben Topergebnisse zu erzielen. Viele Topfahrer finden kein Cockpit in der Königsklasse, weil irgendwelche Randomfahrer kommen, mit genug Geldscheinen wedeln und somit eher genommen werden.

Dadurch leidet durchaus auch das Fahrerniveau und was noch wichtiger ist, die Paydriver sind oftmals nicht in der besten Position, um ein Auto weiter zu entwickeln. Die Frage ist auch immer, wo kommen diese Fahrer her? Sie haben definitiv Erfahrung, denn ohne genügend Superlizenzpunkte auch keine Formel 1, wenn sie es aber ohne ihr Geld nicht schaffen, dann sind sie auch nicht unbedingt die idealen Fahrer für die Teams.

Viele negative Aspekte beflecken den Status des Paydrivers und ich möchte nicht prinzipiell sagen, dass diese nichts können, aber sie sind normalerweise eben nicht die beste Wahl bzw. die erste Wahl, wenn Geld keine Rolle spielen würde und genau das möchte ich daran kritisieren!

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